Archiv für den Tag: 12. November 2025

Wärmewende in Jena

Die Wärmeversorgung in Deutschland macht mehr als 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus und basiert zu etwa 80 Prozent auf fossilen Brennstoffen. Deshalb ist eine Transformation in diesem Bereich besonders wichtig. Dieser Prozess wird vor allem durch zwei Bundesgesetze begleitet:

  • das Wärmeplanungsgesetz (WPG)

Es regelt die Erstellung von Wärmeplänen in den Gemeinden. Darin werden Empfehlungen erarbeitet, welche Art der Wärmeversorgung in welchen Quartieren eines Ortes zukünftig die optimale Variante ist. Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen bis 30. Juni 2026 einen kommunalen Wärmeplan erstellen. Der Jenaer Wärmeplan wurde am 25. Juni 2025 vom Stadtrat beschlossen.

  • das Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Dieses ist mit dem Wärmeplanungsgesetz verzahnt. In ihm ist festgelegt, welche technischen Anforderungen bei der Umstellung einer Heizung auf Basis fossiler Energien (Gas, Öl) auf eine Heizung auf Basis erneuerbarer Energien (Strom, Solar) erfüllt sein müssen. Neben wichtigen Terminen sind hier auch die Förderbedingungen festgelegt.

Der Handlungsbedarf in diesem Bereich ist erheblich und dringend. Leider sind viele Menschen angesichts der Komplexität der Problematik, welche sich in den genannten Gesetzen widerspiegelt verunsichert und warten lieber ab, wie sich die Sache weiterentwickelt. Hinzu kommt, dass durch die aktuelle Bundesregierung die begonnene Entwicklung teilweise wieder in Frage gestellt wird. (Tagesschau 15.09.25 (1) und Tagesschau 15.09.25 (2))

Die Parents for Future und die Scientists for Future haben für die spezifische Situation in Jena ein Info-Blatt erstellt, welches grundlegende Informationen zur Wärmewende mit konkreten, lokalen Informationen sowie Kontakt- und Beratungsmöglichkeiten verbindet. Dieses Material kann nachfolgend als PDF-Dokument heruntergeladen werden:

Ebenso wurde eine Kalkulationstabelle erarbeitet, welche die Kosten der Umstellung einer Heizung von Gas auf eine Wärmepumpe über 20 Jahre ermittelt. Die Tabelle kann in zwei Formaten heruntergeladen und kostenlos verwendet werden.

Update

Unter der Überschrift „Kostenfallen vermeiden“ veröffentlichte die Zeitschrift „test“ 1/2026 der Stiftung Warentest einen Beitrag zum Thema Einbau von Wärmepumpen.

Sie bezieht sich in diesem Beitrag auf Untersuchungen u. a. der Verbraucherzentrale Baden‑Württemberg, wo Angebote von Fachfirmen für die Installation von Wärmepumpen-Anlagen verglichen wurden. Auffällig war dabei die hohe Spanne der Kostenvoranschläge von 29.000 bis 62.000 Euro. Grund für diese großen Preisunterschiede sind laut den Verbraucherschützern stark voneinander abweichende Leistungen. Wenn Bauleistungen oder Elektroinstallationen als „bauseits“ ausgewiesen werden, sind diese Leistungen überhaupt nicht im Angebot enthalten. Auf Kunden, die das nicht wissen, können unerwartet zusätzliche Kosten bis in den fünfstelligen Bereich zukommen.

Als Service bieten deshalb die Verbraucherzentralen kostenlos einen unabhängigen Wärmepumpen‑Angebotsvergleich an. Darüber hinaus haben die Verbraucherzentralen eine neue Seite eingerichtet, auf der zentral Online-Kurse für Verbraucherinnen und Verbraucher aus allen Bundesländern angeboten werden. Unter anderem auch zur Heizungserneuerung und zur nachträglichen Wärmedämmung von Wohngebäuden. Dieses Angebot ist ebenfalls kostenlos.

Dieser Beitrag wurde aktualisiert am 29. Dezember 2025